{"id":3222,"date":"2016-11-14T18:59:41","date_gmt":"2016-11-14T17:59:41","guid":{"rendered":"http:\/\/sy-bahati.de\/?p=3222"},"modified":"2016-11-14T18:59:41","modified_gmt":"2016-11-14T17:59:41","slug":"ankunft-bermuda","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-bahati.de\/?p=3222","title":{"rendered":"Ankunft Bermuda"},"content":{"rendered":"<p>Die Quittung bekommen wir diesen Sonntagmorgen, dem 15. Mai 2016: Tages-Etmal 109<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/sy-bahati.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Wellen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-3220\" src=\"https:\/\/sy-bahati.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Wellen-300x200.jpg\" alt=\"Wellenberg\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/sy-bahati.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Wellen-300x200.jpg 300w, https:\/\/sy-bahati.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Wellen-768x511.jpg 768w, https:\/\/sy-bahati.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Wellen-450x300.jpg 450w, https:\/\/sy-bahati.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Wellen.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Nm. Negativrekord. Jetzt ist aber der Wind wieder da und wir machen bei 12-22 kn Wind ganz gute Fahrt. Au\u00dferdem k\u00f6nnen wir jetzt wieder auf Vor-Wind-Kurs gehen und mit ausgebaumter Genua fahren. Der angek\u00fcndigte Starkwind bleibt allerdings aus. Ilona hatte uns, und das haben wir bereits vermutet, die maximalen Windgeschwindigkeiten in B\u00f6en mitgeteilt, nicht den durchschnittlich zu erwartenden Wind. F\u00fcr den Abend oder sp\u00e4testens den n\u00e4chsten Tag ist dann Nordwind angesagt. Diese Voraussage hatte mich schon die ganze Zeit besch\u00e4ftigt. Nicht nur, dass ich aus pers\u00f6nlichem Empfinden m\u00f6glichst schnell auf Bermuda ankommen wollte, sondern auch noch diese Vorhersage mit \u201eGegenwind\u201c<a href=\"https:\/\/sy-bahati.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Reff_Genua.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-3219 alignright\" src=\"https:\/\/sy-bahati.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Reff_Genua-300x200.jpg\" alt=\"reff_genua\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/sy-bahati.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Reff_Genua-300x200.jpg 300w, https:\/\/sy-bahati.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Reff_Genua-768x511.jpg 768w, https:\/\/sy-bahati.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Reff_Genua-450x300.jpg 450w, https:\/\/sy-bahati.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Reff_Genua.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a> machte mich in Bezug auf unsere Geschwindigkeit immer wieder nerv\u00f6s. Also wollten und mussten wir unbedingt heute auf Bermuda ankommen. Dazu brauchten wir jetzt den frischen Wind. Der Motor funktionierte einfach nicht mehr. Wir tauschten noch den wirklich richtig verdreckten Benzinvorfilter und \u00fcberpr\u00fcften die Dieselzuleitungen. Es war einfach nichts zu machen. Nach einigen Startversuchen ging \u00a0der Motor jetzt \u00fcberhaupt nicht mehr an. Wir haben ja gottseidank ein Segelboot und sind nur bedingt auf den Motor angewiesen. In unseren <a href=\"https:\/\/sy-bahati.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Frischer_Wind.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-3217 alignleft\" src=\"https:\/\/sy-bahati.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Frischer_Wind-300x200.jpg\" alt=\"frischer_wind\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/sy-bahati.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Frischer_Wind-300x200.jpg 300w, https:\/\/sy-bahati.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Frischer_Wind-768x511.jpg 768w, https:\/\/sy-bahati.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Frischer_Wind-450x300.jpg 450w, https:\/\/sy-bahati.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Frischer_Wind.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Unterlagen stand geschrieben, dass man bei Motorproblemen \u00fcber Bermuda Radio eine Schlepphilfe anfordern und bekommen kann. Um 1600 waren es dann noch 30 Nm bis Bermuda. Wir machten mehr als 6 kn und hofften sp\u00e4testens gegen 2100 Uhr Bermuda zu erreichen. Wenn wir Gl\u00fcck haben, dann noch in der D\u00e4mmerung. Von einer Einfahrt in der Nacht wird ja fast immer abgeraten. Hier hie\u00df es aber, dass die Tonnen alle beleuchtet sind und die Ansteuerung in der Nacht kein Problem ist. F\u00fcr uns kommt dazu, dass wir durch den Kartenplotter auch in der Nacht unsere Position bestens kennen. Es war jetzt Zeit sich \u00fcber Funk bei Bermuda Radio zu melden. Wir hatten bereits einige Funkspr\u00fcche auffangen k\u00f6nnen. Auf Kanal 16 rief ich <a href=\"https:\/\/sy-bahati.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Motorprobleme.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-thumbnail wp-image-3218 alignright\" src=\"https:\/\/sy-bahati.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Motorprobleme-150x150.jpg\" alt=\"motorprobleme\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>\u201eBermuda Radio, Bermuda Radio this is Bahati, Bahati\u201c. Diesen Anruf t\u00e4tigte ich bis zu unserer Ankunft unz\u00e4hlige Male. Aber zun\u00e4chst meldete sich Bermuda Radio und bat uns auf Kanal 27 umzustellen. Dort wurde ich nach den \u00fcblichen Daten f\u00fcr eine Einreise, wie Passnummern, Schiffsregistrierung, und \u00e4hnlicher Dinge gefragt und dar\u00fcber hinaus zu unserem Inventar und nach Einzelheiten, wie z.B. der Seriennummer der EPIRB, der Anzahl und Art der Notsignale und der Gr\u00f6\u00dfe und Bezeichnung der Rettungsinsel. Einige Dinge musste ich erst in unseren Unterlagen nachschlagen und Bermuda Radio wieder zur\u00fcck rufen. Als diese Dinge dann endlich gekl\u00e4rt waren, fragte\u00a0 ich nach einer Schlepphilfe. Das war nun nicht so wie in den Unterlagen beschrieben eine \u00fcbliche und einfache Frage. Die Antwort war zun\u00e4chst, dass dies bezahlt werden muss. Oder ob wir es uns zutrauen, unter Segel in der St. George Harbour, eine Art Lagune, zu fahren. Zutrauen ja, aber unter Sicherheitsaspekten w\u00e4re eine Schlepphilfe zu bevorzugen. Nach einiger Zeit kam die Antwort. Schlepphilfe kostet 400,- US$. Wir <a href=\"https:\/\/sy-bahati.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Tag7_Bermuda-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-3221 alignleft\" src=\"https:\/\/sy-bahati.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Tag7_Bermuda-1-300x208.jpg\" alt=\"tag7_bermuda\" width=\"300\" height=\"208\" srcset=\"https:\/\/sy-bahati.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Tag7_Bermuda-1-300x208.jpg 300w, https:\/\/sy-bahati.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Tag7_Bermuda-1-768x531.jpg 768w, https:\/\/sy-bahati.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Tag7_Bermuda-1-1024x709.jpg 1024w, https:\/\/sy-bahati.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Tag7_Bermuda-1-434x300.jpg 434w, https:\/\/sy-bahati.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Tag7_Bermuda-1.jpg 1360w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>k\u00f6nnten aber auch vor Bermuda beidrehen und bis zum n\u00e4chsten Tag warten. Dann k\u00e4me eine F\u00e4hre und das Pilot-Schiff k\u00f6nnte uns schleppen. Eine weitere Nacht beigedreht auf dem offenen Meer. Ich kann mir sch\u00f6neres vorstellen. Wir entschieden uns gemeinsam f\u00fcr die Schlepphilfe. Als ich dies per Funk \u00fcbermittelte, fragte mich der Beamte, ob ich ihn richtig verstanden h\u00e4tte. Das Schleppen kostet 400,- US$ pro Stunde und man ben\u00f6tigt mindestens 2 Stunden. Er h\u00e4tte allerdings noch eine Idee. Ein weiteres Segelschiff mit 54 Fuss kommt gegen 1200 Uhr an und die w\u00fcrden uns auch schleppen. So entschieden wir auf die teure Schlepphilfe zu verzichten und wollten zun\u00e4chst unser Gl\u00fcck unter Segel probieren. Um 2000 Uhr waren wir dann bereits vor der Ansteuerung Bermuda und fuhren unter Segel im betonnten Fahrwasser zwischen dem Riff auf die Einfahrt zu. Hier kam der Wind nun aus West, vorher immer S\u00fcdwest, und es war unm\u00f6glich in die schmale Einfahrt hinein zu kommen. Mit einem halben Knoten Fahrt waren wir kaum noch man\u00f6vrierf\u00e4hig. Wir schafften es zu drehen und zur\u00fcck Richtung offene See zu fahren. Bermuda Radio meldete sich noch einmal und teilte uns mit, dass soeben ein weiteres Segelschiff in die <a href=\"https:\/\/sy-bahati.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Bermuda_in_Sicht.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-3216 alignright\" src=\"https:\/\/sy-bahati.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Bermuda_in_Sicht-300x200.jpg\" alt=\"bermuda_in_sicht\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/sy-bahati.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Bermuda_in_Sicht-300x200.jpg 300w, https:\/\/sy-bahati.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Bermuda_in_Sicht-768x511.jpg 768w, https:\/\/sy-bahati.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Bermuda_in_Sicht-450x300.jpg 450w, https:\/\/sy-bahati.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Bermuda_in_Sicht.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Einfahrt hinein f\u00e4hrt. Er h\u00e4tte nur kein Funkkontakt zu diesem Schiff. Jetzt war es bereits dunkel und wir holten unseren Scheinwerfer f\u00fcr Lichtsignale an Deck. Tats\u00e4chlich schafften wir es, die Aufmerksamkeit des Skippers auf uns zu lenken und ihm unser Anliegen mitzuteilen. Er war bereit uns Schlepphilfe zu geben und wir machten unsere viel zu lange 40m Leine zum Schleppen bereit. Nach vier Versuchen hatten wir endlich eine Verbindung zum schleppenden Schiff hergestellt. Ein netter Franzose der alleine 14 Tage von Kuba aus unterwegs zu den Bermudas war. V\u00f6llig \u00fcberm\u00fcdet und, wie wir sp\u00e4ter erst feststellten, mit gebrochenem Baum. Radio Bermuda erkundigte sich bei uns nach dem Stand. Ich teilte ihnen mit, dass wir jetzt von diesem Segelschiff geschleppt w\u00fcrden. Wir sollten uns gleich zum Ordnance Island und dem dortigen Custom Office schleppen lassen. Aber vor allem, sollten wir unserem schleppenden Skipper mitteilen, dass er sich zu melden h\u00e4tte. Der wiederum hatte dazu keine Motivation. Er musste alleine steuern und kannte die Gegebenheiten hier auch nicht. Mit mehreren Funkgespr\u00e4chen forderte mich der Beamte schlie\u00dflich auf, diesem Skipper unmissverst\u00e4ndlich zu sagen, dass er diese Funkanmeldung anordnet (Advise him\u2026). Ich wei\u00df nicht, ob er letztendlich dieser Anweisung gefolgt ist. Er hat uns netterweise zum Anlegesteg vor Customs und Immigration gebracht und hat dann auch selbst noch (und ohne Probleme) einklariert. Um 2230 Uhr waren wir einklarieren. Auf Grund der vorab per Funk \u00fcbermittelten Daten wurden die Formulare fast komplett von den dortigen Beamten ausgef\u00fcllt. Das und auch die Freundlichkeit dort waren sehr angenehm. Der Franzose hat unser Schiff anschlie\u00dfend zur gegen\u00fcberliegenden Seite gebracht. Dort durften wir liegen bleiben. Am liebsten h\u00e4tten die Zollbeamten uns in ein Ankerfeld verbannt. Dort w\u00e4re es ungleich schwieriger geworden einen Monteur f\u00fcr den Motor zu bekommen. Die Anlegestelle vor dem Zoll musste frei bleiben, da die ganze Nacht hindurch Segelschiffe eintrafen und per Funk sofort dort zum Einklarieren geleitet wurden. Nach 6 Tagen und 11 Stunden hatten wir die 860 Nm mit 48,6 Motorstunden hinter uns gebracht. Wir waren zun\u00e4chst einmal froh in einem sicheren Hafen zu liegen. Ohne einen funktionsf\u00e4higen Motor kommt man sich aber dennoch recht hilflos vor. Auch die Einfahrt in den St. Georges Harbour w\u00e4re unter Segel, selbst bei idealem Wind, nicht einfach geworden. Die Orientierung in der Nacht ist nicht so einfach. Und ohne Motor sollte man sich nicht zu h\u00e4ufig verfahren. Einfacher ist es, wenn die Gegebenheiten bekannt sind. Aber wir hatten unser Problem ideal gel\u00f6st und konnten jetzt endlich schlafen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Quittung bekommen wir diesen Sonntagmorgen, dem 15. Mai 2016: Tages-Etmal 109 Nm. Negativrekord. 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